Kerk en Klooster van de Ongeschoeide Karmelieten (Kirche und Kloster der Unbeschuhten Karmeliten)
Im 17. Jahrhundert gab es in Brügge mindestens 20 Abteien und Klöster, und auch heute noch ist mehr als ein Viertel des historischen Stadtkerns direkt mit dem religiösen Leben verbunden. Heute gibt es in der Stadt nur noch zwei Orden: das Englische Kloster und das Kloster der Karmeliten. Beide laden Besucher ein, ihr authentisches klösterliches Leben und ihr spirituelles Erbe kennenzulernen.
Geschichte der Karmeliten
Die faszinierende Geschichte des Klosters der Unbeschuhten Karmeliten beginnt im 17. Jahrhundert, doch die Ursprünge des Ordens reichen bis ins 12. Jahrhundert. Auf dem Berg Karmel (Nordisrael) bildeten Eremiten damals nach und nach ihre eigene Gemeinschaft. Zur Bestätigung ihrer Lebensweise erhielten sie um 1210 vom Patriarchen von Jerusalem eine offizielle Klosterregel, doch aufgrund der Ausbreitung des Islams verließen die Karmeliten das Heilige Land noch im selben Zeitraum. Sie verbreiteten sich in ganz Europa und gelangten Mitte des 13. Jahrhunderts auch nach Brügge.
Im 16. Jahrhundert entstand in Spanien unter dem Einfluss von Teresa von Avila und Johannes vom Kreuz ein neuer Zweig der Karmeliten. Dieser reformierte Orden war strenger und als Zeichen dafür trugen die Ordensleute keine Schuhe. Seit 1630 sind die Unbeschuhten Karmeliten in Brügge ansässig, zunächst in der Schaarstraat und später im noblen „Hof van Uytkerke“ in der Ezelstraat.
Die Unbeschuhten Karmeliten in Brügge
Dieser luxuriöse Wohnsitz aus dem 15. Jahrhundert wird zu einer Kirche, einem Refektorium und einem Schlafsaal umgebaut. Zum Anwesen gehört auch ein großer Garten. Zwischen 1688 und 1691 baut man die Kirche nach einem Entwurf des Antwerpener Mönchs Patricius um. Die Fassade weist verblüffende Ähnlichkeiten mit der Fassade der St. Augustinuskirche in Antwerpen auf. Auch die Bibliothek wird in diesem Zeitraum errichtet. Im 18. Jahrhundert blüht die Brügger Gemeinschaft der Unbeschuhten Karmeliten auf und hat etwa 40 Mitglieder (1773). Ein neues, schlichtes Refektorium auf der Gartenseite und weitere Anbauten verändern erneut das Erscheinungsbild der Klosteranlage.
Die Französische Revolution läutet das Ende einer Ära ein. Viele Religionsgemeinschaften verschwinden. Im Gegensatz zu den Beschuhten Karmeliten in der Carmersstraat übersteht der Orden der Unbeschuhten Karmeliten diese dramatische Zeit. Obwohl das Anwesen verkauft wurde, konnte der Prior von Gent den Besitz zurückkaufen und das klösterliche Leben wieder aufnehmen.
Barocke Pracht in der Karmelitenkirche
Obwohl die Architektur des Klosterkomplexes einfach und streng ist, verfügt die Kirche über eine reich verzierte barocke Inneneinrichtung. Religiöse Kunst sollte die Menschen im Glauben erziehen. Mehrere Laienbrüder waren für die Dekoration zuständig. Einer von ihnen war Bruder Victor, geboren als Jacob de Coster. Viele der geschnitzten Einrichtungsgegenstände stammen von ihm: der Hauptaltar, die Kanzel, die Beichtstühle, die Kommunionbank, die Innentüren und die Wandvertäfelungen. Die Kirche vermittelt fast ein Gesamtbild seines Schaffens.
Der Hauptaltar ist eines der Prunkstücke. Er ist aus Holz, aber so bemalt, dass er wie Marmor aussieht. Das Gemälde auf dem Altar ist ein Geschenk der Stadt Brügge, als Dank für den Einsatz der Brüder während der Pestepidemie. Die Karmelitenpatres gewannen damals die Herzen der Brügger Bevölkerung, weil sie sich freiwillig für die Pestopfer einsetzten. Neun Brüder und Patres verloren dabei ihr Leben.
Weitere wichtige Sehenswürdigkeiten
Die Kirche und das Kloster befinden sich auf einem großen Grundstück im Stadtzentrum mit einem ummauerten Garten, einem großen Refektorium und einer beeindruckenden Bibliothek. Die Anlage ist innen wie außen ein historisches Juwel. Heute leben dort etwa zehn Patres. Ihr Leben dreht sich um Gebet und Meditation, sowohl in der Gemeinschaft als auch persönlich. Wer an diesem Ort selbst zur Ruhe kommen möchte, kann für kurze oder längere Zeit im Schweigezentrum Sareptha auf dem Klostergelände verweilen.
Die Kirche ist innerhalb bestimmter Öffnungszeiten frei zugänglich, das Klostergelände selbst ist jedoch geschlossen. Dank Sacred Books | Secret Libraries können Sie einen geführten Erlebnisbesuch im Karmelitenkloster der Unbeschuhten Karmeliten machen. Gemeinsam mit einem Guide unternehmen Sie einen stillen und spirituellen Rundgang durch das Kloster, bei dem Bücher den roten Faden bilden.
Virtuell umschauen
Neugierig geworden? Werfen Sie einen virtuellen Blick in das Innere der Kirche der Unbeschuhten Karmeliten.
Extra-Tipp
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Preise
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