Adornesdomein (Domäne Adornes)
Wer den gepflasterten Hof der Domäne Adornes betritt, fühlt sich sofort viele hundert Jahre in die Vergangenheit versetzt. Der Ort strahlt mittelalterliche Pracht aus. Die Familie Adornes aus Genua (Italien) ließ sich um 1300 in Brügge nieder. Durch klugen Handelsinstinkt, strategische Heiraten und gute Verbindungen stieg das Geschlecht bis in die höchsten Regionen der Macht auf. Im Brügge des 15. Jahrhunderts gehörte die Familie zur Elite und hatte Schlüsselpositionen im politischen und wirtschaftlichen Leben inne.
Geschichte der Domäne Adornes
In dieser Zeit nahm das Domäne Adornes Gestalt an: ein stattliches Herrenhaus, ein weitläufiger Privatgarten und eine Familienkapelle zum Austausch von Glauben und Wissen. Für den Bau der Kapelle erhielten die Brüder Jacob und Pieter II. Adornes die päpstliche Genehmigung und das Sonderrecht, das normalerweise nur Pfarrkirchen gewährt wird. Die Kapelle wurde im Jahr 1429 geweiht. Anselm Adornes, der berühmteste Spross der Familie und Sohn von Pieter II, ließ die Familienkapelle jedoch umbauen. Das Ergebnis ist die bemerkenswerte Jerusalemkapelle, die von der Grabeskirche in Jerusalem inspiriert ist und einen orientalisch anmutenden Turm aufweist.
Ein Blick ins Innere der Jerusalemkapelle
Die Architektur, die Ausstattung und die besonderen Reliquien in der Jerusalemkapelle zeugen von der großen Verehrung der Familie Adornes für die Heilige Stadt. Ein Vorgeschmack auf das, was Sie dort sehen können:
- das „Grabmal von Anselm Adornes und Margaretha van der Banck“. Ein majestätisches Grabmal von Cornelis Tielman. Anselm wurde in Schottland getötet, wo er auch begraben ist. Nur sein Herz wurde in das Grab überführt, wo es auf ewig neben seiner Frau ruht.
- das „Golgatha-Altarbild“. Eine beeindruckende Skulptur aus weißem Kalkstein, die den Berg Golgatha darstellt, den Ort, an dem Christus gekreuzigt wurde.
- jahrhundertealte Buntglasfenster. Sie wurden um 1560 hergestellt und sind die ältesten Bleiglasfenster in Brügge. Sie erzählen die lange und beeindruckende Geschichte der Familie Adornes in einem Spiel aus Licht und Farbe.
- „Triptychon der thronenden Madonna mit Kind“: zeigt Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm. Auf den Seitenflügeln sind die Heilige Barbara (rechts) und die Heilige Katharina (links) abgebildet.
- „Triptychon mit Christus am Kreuz“. Ein Gemälde, das im 16. Jahrhundert vom Brügger Bürgermeister Jan de la Coste, einem Spross der Familie Adornes, in Auftrag gegeben wurde. Auf der mittleren Tafel hängt Christus am Kreuz. In der Ferne ist Brügge zu sehen, erkennbar an den Türmen, die noch heute die Silhouette der Stadt prägen.
Weitere wichtige Sehenswürdigkeiten
Aus Nächstenliebe ließ Anselm Adornes auf seinem Anwesen mehrere Stiftungshäuser für alleinstehende Frauen errichten. Diese ehemaligen Stiftungshäuser sind heute der ideale Ausgangspunkt für Ihren Besuch. In einem musealen Rahmen machen Sie die Bekanntschaft der Familie Adornes. Sie werden vor allem Anselm Adornes besser kennenlernen. Handel, Diplomatie und Hingabe bildeten den roten Faden in seinem Leben. Seine bemerkenswerteste Leistung war eine Wallfahrt ins Heilige Land im Jahr 1470, bei der er zahllosen Gefahren trotzte.
Graf und Gräfin Maximilien de Limburg Stirum sind die Nachkommen von Anselm und bereits die 17. Generation in Brügge seit dem ersten Mitglied der Familie, Opicius Adornes. Unter dem Motto „Teilen, um lebendig zu machen, lebendig machen, um zu bewahren“ teilen sie leidenschaftlich ihre Familiengeschichte und ihr Erbe. Außerdem organisieren sie regelmäßig Ausstellungen zeitgenössischer Kunst mit dem Ziel, belgische Kunstwerke und künstlerische Tendenzen zu entdecken und sie dem internationalen Publikum vorzustellen.
Nach Ihrem Besuch können Sie sich in der eleganten The Scottish Lounge entspannen, einer gemütlichen „honesty lounge“, in der Sie sich sofort wie zu Hause fühlen. Sie bedienen sich selbst und legen das Geld für ein Getränk oder einen Snack in ein Sparschwein. In den Sommermonaten gelangen Sie von der Scottish Lounge aus in den schönen Garten.
Virtuell umschauen
Neugierig geworden? Werfen Sie einen virtuellen Blick in die Jerusalemkapelle.
Öffnungszeiten
Preise
Erwachsene
Senioren 65+
Jugendliche von 7 bis einschl. 25 Jahren
Kinder bis einschl. 6 Jahre
Besucher mit Behinderung
museumPASSmusées
Weitere Informationen + Weniger Informationen - € 0,00
museumPASSmusées
Weitere Informationen + Weniger Informationen -Einrichtungen
Weitere Einrichtungen
Ort
Nächste Bushaltestelle:
510612 Brugge Molenbrug
Nächster Bahnhof:
Station Brugge
Nächster Parkplatz:
Parkplatz Langestraat
Peperstraat 3, 8000 Brugge